Gemeinden:Bartholomäberg, Gaschurn (Partenen), Lorüns, St. Anton, St. Gallenkirch (Gargellen), Schruns, Silbertal, Stallehr, Tschagguns, Vandans
im Bezirk:Bludenz
Bevölkerung:17.325 (2023)
Fläche:560 km2
Hauptfluss:Ill

Verwendungshinweis

      Grundlagen   Zusatzmaterial      Lernspiele      Das Montafon im Überblick
01.  DokumenteArbeitsblätter05.   7 LearningApps01.   Übersicht06.   Gebirge und Gewässer
02.   Bildergalerie Landkarten06.   Weitere Spiele        Außerfratte:07.  Sportstätten
03.   ZusatzmaterialWappen | Sagen07.   Puzzle02.   Bartholomäberg | Lorüns | St. Anton08.   Blattanordnung07  Sportstätten
04.   Früher-heute-VergleichLinks08.   Alle LearningApps03.   Schruns | Silberberg | Stallehr09.   Geologische Formationen
 Wandertagsziele 04.   Tschagguns | Vandans
           Innerfratte:10.   Geschichte der Talschaft
   05.   Gaschurn | St. Gallenkirch

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Spiele

Vorbereitung:Klasse in Gruppen einteilen - Gruppennamen eintragen - auslosen, welche Gruppe mit der Wahl der Frage beginnt
Spielablauf:Es kann die Gruppe antworten, die am schnellsten ein bestimmtes Signal gibt, oder es antworten alle.
Punktevergabe:Drückt man bei den Gruppen auf + (richtig) oder - (falsch), wird die Punkteanzahl der jeweiligen Frage berücksichtigt.
Spielende:Die Mannschaft mit der höchsten Punkteanzahl gewinnt. 

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  • Inhalt
    1. Übersicht5. Innerfratte: Gaschurn | St. Gallenkirch9. Bsundrigs
    2. Außerfratte: Bartholomäberg | Lorüns | St. Anton6. Gebirge und Gewässer
    3. Schruns | Silberberg | Stallehr7. Wirtschaft und Tourismus
    4. Tschagguns | Vandans8. Verkehr10. Geschichte des Montafons
  • Übersicht
  • Monatafon

    Das Montafon liegt im Südosten Vorarlbergs. Es gehört zum Bezirk Bludenz. Die Fläche beträgt mit 560 km2 fast ein Viertel der Landesfläche. Das Montafon umfasst den Oberlauf der Ill bis zu ihrem Eintritt in den Walgau von Südosten nach Nordwesten. Der Piz Buin, mit 3.312 m der höchste Berg Vorarlbergs, liegt im Süden des Montafons. Im Süden und Westen grenzt es an den Schweizer Kanton Graubünden, im Osten an das Österreichische Bundesland Tirol.

    Zur Talschaft Montafon gehören die Marktgemeinde Schruns sowie die Gemeinden Bartholomäberg, Gaschurn, St. Anton, St. Gallenkirch, Silbertal, Tschagguns und Vandans. Der politische Stand Montafon umfasst weiters Lorüns (Walgau) und Stallehr (Klostertal).

  • Zahlen und Daten
    Marktgemeinde:Schruns
    Ortsgemeinden:Bartholomäberg, Gaschurn (Partenen), Lorüns, St. Anton, St. Gallenkirch (Gargellen), Silbertal, Stallehr, Tschagguns, Vandans
    Fläche:560 km2
    Bevölkerung:17.325 (2023)
    im Bezirk:Bludenz
    Hauptfluss:ILL
    höchster Berg:Piz Buin (3312 m)
    größter See:Silvretta-Stausee (1,3 km2)
  • Einteilung

    Das Montafon besteht geographisch mit der Inner- und der Außerfratte aus zwei etwa gleich großen Teilen. Die Grenzlinie ist das Frattetobel hinter dem Schrunser Feld nach dem Maurenstutz. Hier verengt sich das Haupttal zwischen Zamangstock und Hora auf wenige Meter. Die Außerfratte weist einen weiten Talgrund auf. Sie ist klimatisch begünstigt und deshalb dichter besiedelt.

  • Übersicht Einteilung
    AußerfratteInnerfratte
    BartholomäbergGaschurn (Partenen)
    St. AntonSt. Gallenkirch (Gortipohl, Gargellen)
    Schruns 
    Silbertal
    Tschagguns
    Vandans
  • Klima

    Das Klima ist durch die gegen NW offene Lage ozeanisch beeinflusst. Durch den Föhn, der sehr häufig auftritt, wird die mittlere Jahrestemperatur sehr stark erhöht. Die Niederschläge liegen im Tal unter 1.200 mm und steigen in den Hochlagen der Silvretta über 2.500 mm pro Jahr an.

  • Besiedlung

    Bronzezeitliche Funde deuten auf eine Nutzung des Montafons in vorgeschichtlicher Zeit hin. Schon vor der Besiedlung im 9. und 10. Jh. wurde es als Alp- und Maisäßgebiet genutzt. Die ersten Siedler dürften Rätoromanen ohne grundherrliche Bindung gewesen sein.

    In einer Urkunde von 1355 werden die „hofjunger ze Sanct Peteren“, die „frigen“ (Freien), die „Gottshußleüth“, die „Silberer“ und die "Walliser" als Bewohner genannt.

    Die Hofjünger waren Hofleute des Reichshofes St. Peter bei Bludenz.
    Die Silberer müssen wohl Bergknappen gewesen sein, die der Bergbau nach Bartholomäberg und Kristberg gezogen hatte.
    Die Walser siedelten sich in der ersten Hälfte des 14. Jhs. im Montafon an.
    Im Montafon lebten zu dieser Zeit auch kleinere Gruppen von Vogt- und Edelleuten. Die bedeutendsten davon waren die der Gotteshausleute, die zu St. Gerold gehörten. Auch Sonnenberger werden in Urkunden öfters erwähnt.

  • Namensgebung

    Der Name leitet sich vom rätoromanischen „Muntavun“ ab und dürfte Grubenberg bedeuten. Dies ist auf den Bergbau zurückzuführen. Auf die frühe Besiedlung der Außerfratte durch die Rätoromanen deuten die Ortsnamen Lorüns, Vandans, Tschagguns und Schruns hin. Auch Flurnamen Alpe Kapell (campo bello, Schönfeld Alpe), Brif (Schattenseite), Lifinar (Lawinenfeld) oder Montjola (das Bergle) errinnern an diese Zeit.

  • Bergbau

    Die erste Urkunde, die Silberabbau in Bartholomäberg erwähnt, stammt aus dem Jahre 1319. Er erreichte unter den Fuggern im 15. Jh. seinen Höhepunkt. In der ersten Hälfte des 17. Jh. zerfielen die Bergwerksbetriebe.

    Eine Blütezeit erlebte Schruns in der Mitte des 14. Jh., als es Sitz eines kaiserlichen Bergamtes wurde. Weil an zwei flößbaren Flüssen gelegen, wurde es wohl wegen seiner verkehrstechnischen Lage dazu auserwählt. So wurde damals in Schruns am Kohlplatz Holzkohle erzeugt, die zum Betrieb von Schmelzwerken erforderlich war. Entlang der Litz standen Pochwerke zum Zerkleinern des Erzes, das dann im Schmelzofen verhüttet wurde. Die Bergrichter hatten die behördliche Oberaufsicht über die Gruben, waren Beamte der Regierung in Innsbruck und unterstanden dem Bergrichteramt in Schwaz.

  • Außerfratte
  • Bartholomäberg
  • Lorüns
  • St. Anton
  • Schruns
  • Silbertal
  • Stallehr
  • Tschagguns
  • Wasserkraft und Tschagguns

    Einen beachtlichen Aufschwung für die Gemeinde brachte die Nutzung der Wasserkraft. 1925 wurde das Gampadelswerk der Vorarlberger Kraftwerke in Betrieb genommen. In den Jahren 1938 und 1939 wurden von den Vorarlberger lllwerken das Staubecken Latschau und das Zwischenkraftwerk errichtet. Den größten Kraftwerksbau erlebte die Gemeinde in den Jahren 1953 bis 1958, als das Lünerseekraftwerk errichtet wurde. 

  • Vandans
  • Innerfratte
  • St. Gallenkirch
  • Gaschurn
  • Tanzlauben

    Tanzlauben waren auch Versammlungsort. Nach dem Sonntagsgottesdienst verlas hier der Dorf-Vorsteher seine Kundmachungen oder die Anordnungen des Vogteiamtes in Bludenz. Auch die Verordnungen des Richters und Landammannes im Montafon wurden hier kundgemacht.

  • Gebirge
  • Übersicht Gebirge
    GebirgeBergPassHöheOrt
    RätikonDrei Türme 2.830 mTschagguns
    RätikonMadrisa 2.770 mSt. Gallenkirch
    RätikonSulzfluh 2.818 mTschagguns/Graubünden (CH)
    RätikonZimba 2.643 mVandans/Bürs
    Rätikon Schweizertor (Schweiz)2.137 mVandans
    VerwallHochjoch 2.520 mSchruns/Silbertal
    VerwallMaderer 2.769 mGaschurn/St. Gallenkirch/Silbertal
    VerwallItonskopf 2.089 mBartholomäberg
    Verwall Zeinisjoch (Tirol)1.842 mGaschurn
    SilvrettaSilvrettahorn 3.244 mGaschurn
    SilvrettaDreiländerspitze 3.197 mGaschurn
    SilvrettaPiz Buin 3.312 mGaschurn
    Silvretta Bielerhöhe (Tirol)2.037 mGaschurn
  • Geologie

    Für den Geologie-Interessierten bietet sich der geologische Wanderweg um das sogenannte Gargellener Fenster an, einem Gebiet, in dem durch Faltung und Erosion aus dem Kristallin Kalkschichten zu Tage treten.

  • Gewässer
  • Wirtschaft
  • Übersicht

    Das Montafon ist als internationales Wintersportzentrum bekannt. Auch der Wandertourismus und der Alpinismus sind wichtige Erwerbsmöglichkeiten. Die Land- und Forstwirtschaft ist ein wichtiger Erwerbszweig, der zur Erhaltung der Kulturlandschaft im Montafon beiträgt.

    Im 14. Jh. wurde am Bartholomäberg mit Silberabbau begonnen. Er erreichte unter den Fuggern im 15. Jh. seinen Höhepunkt. Vom 17. bis 20. Jh. war der Hauptwirtschaftszweig die Landwirtschaft, insbesondere die Viehzucht (Montafoner Braunvieh). Der Ackerbau diente dem Eigenbedarf. Da es an Erwerbsmöglichkeiten mangelte, kam es besonders im 19. Jh. zu Saisonauswanderung.

    In der ersten Hälfte des 20. Jh. brachten die Vorarlberger lllwerke und vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg der Fremdenverkehr wirtschaftlichen Aufschwung.

  • Saisonauswanderung

    Harte Lebensbedingungen, Missernten, Umweltkatastrophen und Verschuldung führten zu Armut und Not. Ein zusätzlicher Erwerb war nur außerhalb des Montafons möglich. Dies führte insbesondere im 19. Jh. zu Saisonauswanderung. Männer zogen als Maurer, Stukkateure und Verputzer hauptsächlich nach Frankreich und in die Schweiz, während sich die Frauen als Ährenleserinnen und die Kinder als Hütekinder im Schwabenland verdingten.

  • Alpwirtschaft

    Alpwirtschaft wurde schon zur Zeit der Besiedlung des Tales betrieben. Die ersten Alpurkunden um 1400 regeln die Nutzung der Alpen, die im Montafon meistens einer Genossenschaft mit Weiderechten gehören.

  • Tourismus
  • Wandern

    Im Sommer ist das Montafon ein attraktives Urlaubsgebiet für Wanderer und Bergsteiger. Der so genannte Schmugglerpfad rund um das Madriser Horn spürt den damaligen Schmugglerwegen nach und ist heute ein beliebtes Wanderziel Gargellens. Jahrhunderte lang führten viel begangene Saumwege vom Montafon in die Schweiz.

  • Verkehr
  • Geschichte der Montafonerbahn

    Um dem Montafon einen Anschluss an die Arlbergbahn zu ermöglichen, erfolgte 1905 die Inbetriebnahme der ersten elektrisch betriebenen Normalspurbahn der österreichich-ungarischen Monarchie von Bludenz nach Schruns. Den Strom lieferte das Litzkraftwerk der Gebrüder  Mayer in Schruns. 1938 erwarb die Bahn das Kraftwerk. Während der Sommersaison werden nostalgische Fahrten mit einer Dampflokomotive des österreichischen Bahnmuseums aus dem Jahre 1909 durchgeführt.

    Von Tschagguns nach Partenen führte von 1927 bis 1961 eine Material-Schmalspurbahn. Sie wurde von den Vorarlberger Illwerken im Zuge des Baus der Kraftwerke Vermunt und Obervermunt errichtet.

  • Geschichte der Silvretta-Hochalpenstraße

    Das erste Straßen-Teilstück zwischen Vermuntsee und Bielerhöhe entstand 1938 zum Bau des Obervemuntkraftwerks. Zum Bau des Vermuntwerks wurde bereits in den 1920 Jahren eine Materialbahn von Partenen zur Bielerhöhe errichtet. Der Zweite Weltkrieg verhinderte vorerst den weiteren Ausbau. 1952 ließen die Vorarlberger Illwerke die Straße vom Kraftwerk Obervermunt bis zum Silvretta-Stausee ausbauen. Beim unteren, schwierigsten und kostspieligsten Teilstück Partenen - Vermunt mussten auf einer Strecke von 7,5 km in steilem Gelände rund 580 Höhenmeter überwunden werden. Ein Bagger, der beim Bau des Silvretta-Stausees im Einsatz war und zerlegt ins Tal hätte befördert müssen, ermöglichte den weiteren Ausbau der Straßenverbindung nach Galtür.

    1954 wurde die Silvretta-Hochalpenstraße einspurig für den Verkehr freigegeben. Seit 1961 kann sie zweispurig befahren werden. Dieser Ausbau erfolgte für den Schwertransport-Verkehr zum Bau der Staumauer des Stausees Kops.

  • Saumwege

    In früheren Zeiten kam den Säumern, die den Waren- und Viehtransport über die Pässe besorgten, eine besondere Bedeutung zu. Es war vor allem der Wein, der von Oberitalien in die Länder nördlich der Alpen gebracht wurde. Vor Jahrhunderten bestand zwischen Montafon und Paznauntal ein reger Saumverkehr und Viehtrieb über das Zeinisjoch. 

    Ein viel begangener Saumweg führte von Bludenz über Vandans, Tschagguns und Galgenul ins Gargellental und von dort über das Schlappiner Joch in den Prätigau nach Klosters und Davos und weiter nach Süden.

    In alten Urkunden wird von einem regen Verkehr über den bis ins 17. Jh. gletscherfreien Vermuntpass berichtet. Nach Guarda im Engadin führte ein befahrbarer Weg, der von den Graubündnern im Jahre 1622 zerstört wurde. Pass und Weg vergletscherten später.

  • Bsundrigs
  • Montafoner Haus

    Der Eingang des Montafoner Hauses, das Vorhaus und die Küche mit der Feuerstelle wurden mit Steinen gemauert. Die Wohn- und Schlafräume wurden aus übereinandergelegten und behauenen Balken „gestrickt“. An der Wetterseite steht der Schopf, ein bretterverschaltes Fachwerk. Alle Holzteile stehen zum Schutz gegen die Feuchtigkeit auf einem steingemauerten Sockel. An steilen Hängen ist die Rückwand zum Schutz gegen abrutschende Schneemassen gemauert. Beim Montafoner Haus ist ein Pfettendachstuhl mit Sparren üblich.

  • Sandrellhaus (innen)

    Das innere Raumgefüge mit Flur, Küche, Stube und Kammer ist in beiden Geschoßen weitgehend original erhalten geblieben. Die getäfelten Stuben aus dem 18. Jh., die offene Flurküche mit der aus Lehm gemauerten Herdstelle und den originalen Türen und Fenstern zeugen von wohlhabenden Besitzern.